Was man über uns schreibt

Monika Bollenberg: Wirtin des Jahres?

Da drücken wir doch die Daumen: Monika Bollenberg, 59, - Chefin und gute Seele vom Café-Bistro Cabinett im Regierungsviertel (Mitte, Joachim-Karnatz-Allee) wurde für den Titel "Wirt des Jahres" nominiert. Den Preis vergibt die Brauerei Felsenkeller. Begründung für Monikas Nominierung: "Bollenberg führt ihr Café-Bistro mit viel Herz". Und die freut sich mächtig. Stolz sagt sie: "Kein Wunder, bei mir darf auch jeder ungestört seine Seele baumeln lassen". Preisverleihung ist übrigens am 17.Februar in Berlin.

BZ 13.12.2003

 

"Mutter der Kompanie" geht

Sie liebt dieses Haus. Ein Leben ohne das Deutsche Theater kann Monika Bollenberg sich kaum vorstellen. Schon in den 70er-Jahren bewirtschaftete sie das Theater-Restaurant, das damals noch strikt getrennt war von der Kantine der Mitarbeiter. "Ich dachte, ich bleibe hier ewig - und wenn ich alt bin, nähe ich den Schauspielern noch die Knöpfe an."

Aber jetzt hat die 56-jährige vorzeitig "ausgedient". Mit dem Intendantenwechsel zur kommenden Spielzeit soll auch ein Pächterwechsel in der Theatergastronomie einhergehen...

Schon als Frau Bollenberg sich mit ihrer Tochter 1988 "in den Westen abgesetzt" und einige Jahre in der Eckkneipe des Grand Hotel Esplanade gearbeitet hatte, habe sie die Theaterzeit einfach nicht vergessen können. "Ich erzählte pausenlos von den Schauspielern. Und die Schauspieler kamen mich auch regelmäßig im neuen Lokal besuchen, hatten dort sogar einen Stammtisch eingerichtet." Als ihr dann Anfang der 90er-Jahre ein Neuanfang in der Theaterkantine angeboten wurde, fiel die Entscheidung nicht schwer. "Obwohl ich inzwischen einen guten Job als Abteilungsleiterin im Esplanade hatte".

Aber erst im Theaterbetrieb fühlte sie sich wieder richtig wohl und motiviert. Plauderte mit Gästen und Schauspielern, schenkte an Premiereabenden Freibier aus und verfolgte in ihren eigenen Pausen Theaterproben oder -aufführungen. "Eine echte Institution im Haus", sagt der Vorsitzende des Fördervereins Heinz Dürr. "Sie hat Atmosphäre ins Haus gebracht und die Abende nach den Vorstellungen bei ihr mit Künstlern und Gästen waren großartig". Durch moderate Preise und ihre Einfühlsamkeit für die nicht immer leicht zufrieden zustellenden Schauspieler habe sie es geschafft, externe und interne Besucher zusammenzuführen.

Berliner Morgenpost, 29.Mai 2001

 

Trinken in der Schlange

Den letzten Akt gibt es im Theater Abend für Abend nicht auf der Bühne, sondern in der Kantine. Da wird getrunken und gegessen, geredet und getrunken (ja,ja - das hatten wir schon, aber es wird eben auch besonders viel getrunken). Entsprechend innig ist dann das Verhältnis zwischen den Schauspielern und dem Wirt. Im DT-Keller des Deutschen Theaters war Monika Bollenberg 15 Jahre lang die Wirtin. Allerdings mit einer längeren Unterbrechung - da war sie nach West-Berlin gegangen, um die Eckkneipe im Grand Hotel Esplanade zu leiten. Im vorigen Sommer nun eröffnetet sie mit 57 Jahren noch einmal ein neues Restaurant: Das Café & Bistro Cabinett, bei dem sie die Betonung auf "nett" setzt, befindet sich in der Joachim-Karnatz-Allee 45, nicht weit von Schloß Bellevue. Es sitzt in jenem langen Haus, das "Abgeordnetenschlange" genannt wird, weil sich dieses für Bundestagsabgeordnete errichtete Gebäude entlang der Spree schlängelt. Und obwohl das nicht eben der kürzeste Weg ist, kommt mancher Schauspieler, der früher schon gerne bei ihr im DT-Keller in der Schumannstraße saß, auch in Monika Bollenbergs neues Etablissement.

Sie richtet gerade eine Schauspielerecke ein, an der Wand hängen schon Erinnerungen an Rolf Ludwig, Kurt Böwe und Klaus Piontek, andere kommen in den nächsten Wochen dazu. Und auf das neue Publikum hat sich die Wirtin auch schon eingestellt. Ein Abgeordnetenhandbuch wurde angeschafft, damit sie auch weiß, mit wem sie es zu tun hat. Und das Rätsel, warum an manchen Abenden die kulturellen Angebote nicht so gut angenommen wurden, ist inzwischen auch gelöst. "Gäste aus dem Bundestag haben mir den Tipp gegeben, daß außerhalb der Sitzungswochen kaum jemand von ihnen in Berlin ist. Wir haben uns also einen Kalender besorgt, in dem die Sitzungswochen stehen und planen unsere Veranstaltungen jetzt danach". Allerdings nicht nur mit einem Blick auf die Zugezogenen. Am Dienstagabend war zum Beispiel André Schmitz, der Leiter der Senatskanzlei, Talkgast im Cabinett. Und sagte so Dinge wie: "Gysi wird der kapitalistischste Wirtschaftssenator, den diese Stadt jemals hatte. Der spricht ja nur noch von Privatisierungen".

leute - von Andreas Kurtz - Berliner Zeitung